Von Elefanten und schnellen Booten

Fangen wir mit dem Segeln an, bevor wir zu den Segelohren der Elefanten kommen.

Man könnte meinen, alles drehe sich um (UK-) Politik in England, doch nichts dergleichen. Der Alltag geht seinen Gang, Sommervergnügen wie die britische Meisterschaft im Feuerwerk machen (spektakulär!!) finden im Hafenbecken statt, man isst Fish und Chips, jenseits aller Fangquotenreserven, und nicht alle Menschen haben Klopapierrollen gehortet.

Es ist immer etwas geboten. Diese Woche spielt Plymouth – der Heimathafen sowohl des Weltumseglers Drake als auch der Pilgermenschen auf der Mayflower – wieder eine kleine Rolle als internationaler Hafen.

Kurz vor knapp hatte ich am morgen des 14. August festgestellt, dass die Klimaaktivistin Greta Thunberg hier vor Anker liegt, um mit der Rennjacht Malizia II (mit einem deutschen Skipper) nach New York zur Klimakonferenz aufzubrechen.

Dieses Boot ist eines der schnellsten Segelschiffe der Welt, ein Wunder der Ingenieurskunst und ein Vorreiter für Mobilität der Zukunft.

Habe also mühsam herausgefunden, in welcher Marina das Boot liegt und bin in Regen und steifer Brise hingeradelt. Das Wetter war schlecht, doch wie soll ich wissen, was für ein Segelboot schlechtes Wetter ist? Also lieber ein Rennboot ansehen, bevor es ganz schnell weg ist. Die Informationen lauteten nur: wir würden gerne heute absegeln.

Man sieht gerade noch die schwedische und die europäische Flagge am Mast. Das Boot sieht sehr leicht aus.

Ich hatte Glück – die Malizia II ist von der Straße aus gut an ihrem Liegeplatz zu sehen. Als die Besatzung nach wenigen Minuten von Bord geht, ist klar, die nächste Zeit wird das nichts und ich bin wieder heim. Das war mein erstes Erlebnis als Paparazza übrigens. Paparazza von dem Boot, die Menschen haben mich in dem Moment nicht so interessiert.

Später am Tag wurde auf den sozialen Kanälen eine Abfahrtszeit von 3 Uhr Ortszeit bekannt gegeben. Ich bekam zudem den Tipp, an einer Landzunge namens Devil‘s Point (Teufelspunkt) die Ausfahrt in den Sund von Plymouth zu beobachten. Also wieder aufs Rad, das Wetter war deutlich besser und mit, ich würde sagen, 300 anderen Interessierten auf das Boot warten. Im Vergleich zu den Begleitbooten hat die Malizia einen riesig hohen Mast und ein großes Segel. Es gab kein schnittiges Auslaufen, das würde man im Sund auch nicht empfehlen. Es gibt zu viele Untiefen und zu viel Verkehr. Doch als ein leichtes Drehen gesegelt wurde, spannte das Segel etwas, das Boot wurde sofort schneller. Und die Spanndrähte „sangen“. Man bekam eine leise Ahnung, was das Boot kann.

Nun zu den Elefanten

Es gibt deren Dutzende diesen Sommer. Es ist eine von diesen Tierskulpturenaktionen, wie es sie seit vielen Jahren gibt. Kühe in Salzburg z.B. Hier sind es Elefanten, modelliert nach einem Kinderbuchelefanten namens Elmer. Gesponsert, von Künstlern und Künstlerinnen gestaltet und mit dem Ziel einer späteren Versteigerung erzielen sie viel Geld für örtliche Vereine wie ein großes Hospiz. Und sie machen gute Laune.

Dieser Fant wurde klever als Sitzmöbel gestaltet. Eine kuschelige Waldeshöhle.

Nach einiger Zeit habe ich festgestellt, dass Menschen, vor allem mit kleinen Kindern, diese Elefanten einen nach dem anderen ablaufen. Aha, es gibt eine Karte (natürlich auch als App). Ich habe sie mir heruntergeladen. Heute ist ja alles interaktiv. Bei jedem Elefanten stehen vier Zahlen. Diese Zahlen muss man in die App eingeben, dadurch hat man den Elefanten im Sack, er wird in der App farbig … Und auf zum nächsten. Seitdem macht es viel mehr Spaß, in die olle Stadt zu gehen, um Besorgungen zu machen. Ein bisschen Safari nebenher, inklusive der Entdeckung einiger unbekannter Ecken. Die Elefanten sind im öffentlichen Raum aufgestellt und leicht erreichbar, dennoch wundert man sich, was man nicht kennt. Die Standorte reichen von öffentlichen Parks bis zur Nachbarschaft eines äußert fragwürdig apokalyptisch aussehenden Parkgebäudes, durch das ich mich kaum getraut habe. Es stellte sich heraus, es scheint kein fragwürdiges, sondern ein ganz normales Parkhaus zu sein?? Gruselig. Im Gegenzug ein versteckter Elefant vor einer mondänen Bank im Luxusjachthafen.

Bergfant

Beatlesfant

Sherlockfant

Ah, die Haie. Die schwimmen das ganze Jahr über vor dem Aquarium. Der zugehörige Aquariumsfant hat andere Lebewesen aufgemalt:

Und noch ein schöner Blumenfant.

Nachschlag zu Unterwegs I: Asterix, Geografie und Autos

Das Wichtigste vergisst sich leicht zu erwähnen:

Das Dorf von Asterix ist nicht identifizierbar!! Wir erinnern uns: Das Dorf der unbeugsamen Gallier ist von vier Römerlagern eingeschlossen. Kleinbonum, Laudanum, Babaorum und Aquarium. Die Lage ist das Gebiet Aremorica in der Bretagne, doch wie die Lager ist das Dorf rein fiktiv. So fiktiv, dass auch heute noch kein Dorf behauptet, es sei nach ihm modelliert gewesen. Woher wir das wissen? K. hat in der Bretagne eine Buchhändlerin befragt.

Das ist schon selten. Wie viele Orte behaupten nicht, Wohnsitz von König Arthur gewesen zu sein? Oder Berge, die letzte Ruhestätte von Kaiser Karl zu sein (ja, ja, es muss der Untersberg im Grenzgebiet von Bayern und Österreich sein). Und, um in die Realität zurückzukommen, wie viele Orte behaupten nicht, den Mittelpunkt Europas darzustellen?

Küste:

Ein bisschen Geografie für Ortskundige

Roscoff für die Fähre.
Plouescat für Unterkunft.


Jahrhunderte alte Markthalle in Plouescat.

Der Menhir ist der von Cam-Louis

Das größte europäische Hügelgrab befindet sich in Barnénez, östlich gelegen, jenseits einiger der tidenabhängigen Flusstäler (viele Umwege beim Radfahren … Obwohl ich an dem Tag von A. ein Stück mit dem Auto transportiert wurde, blieben mir sicher 70 km, davon 50 mit Gegenwind und mit zu Ende gegangener Verpflegung – ich bin an einem Apfelbaumgroßhandelsverkauf vorbeigekommen, wollte aber lieber Äpfel, mhm. Kurz vorm Zusammenbruch wurde ein Burgerstand aufgetan;-)).

In St. Pol-de-Léon befindet sich nicht nur eine schöne Kathedrale, sondern auch eine ehemalige Kirche, genannt Kreisker (was Innenstadt bedeutet, also eine Kirche mitten in der Stadt, was auch zutrifft). In der hoch interessanten Kirche (K. war drinnen, ich sah sie nur geschlossen und musste zum Hügelgrab) befindet sich z.B. ein modernes Glasfenster von Kim en Joong, einem südkoreanischen Künstler und Mönch:

Großer Autoausflug nach Westen:

Le Conquet ist ein sehr netter Ort mit einem, wie kann es anders ein, großen Flußtal:

Die kleinen Zubringerruderboote für die Segelschiffe sind fein säuberlich an Bootshaltern angekettet. Bei Ebbe ist das Wasser weg, es ist nicht unmöglich, jedoch nicht zu ratsam, dann zu Fuß zu den Booten zu stapfen, Matsch garantiert.

St. Mathieu ist nur fast der westlichste Punkt der Bretagne, aber schöner kann die weiter südlich und einen Tacken weiter westlich gelegene Pointe de Raz auch nicht sein:

Zum Abschluss nach Landerneau, einem – wieder mal, ist aber so – sehr netten Ort mit, richtig, Fluss durch die Stadt (Wasser war gerade da, als wir kamen):

Kommen nicht so gut rüber, bitte glauben: die oft pastell oder fröhlich blau gestrichenen Fensterläden.

Autokennzeichen

Perfekt für langweilige Autofahrten, diese französischen Kennzeichen!

Und so sehen sie hinten aus:

Die Nummern und Zahlen links auf den Schildern haben keine tiefere Bedeutung. Interessant wird es am Ende. Frankreich hat sich in 90+ Departements eingeteilt. Diese werden alphabetisch durchnummeriert. Inklusive Paris, doch exklusive der Gegenden um Paris, die 90+ Nummern haben. Überseeische Departements haben dreistellige Nummern. Ein Auto aus Réunion z.B., wäre leicht zu erkennen, doch sensationell selten.

Also nur die 90 Departements auswendiglernen und los geht es? So einfach ist es tatsächlich. Für die Neulinge gibt es aber noch ein Hindernis zu überwinden. Über der Zahl ist eine Regionalflagge zu sehen und die bezeichnet nicht das Departement, sondern eine der 18 Regionen. Hier bei Bretagne (bretonisch Breizh) würde man denken: wau, so viele Gebiete im Alphabet über Br. Dem ist nicht so. 29 ist Finistère, einem der vier Departements der Bretagne.
Côtes d’Armor ist 22, Morbihan 56, Ille et Vilaine 35. Freundin A. kennt sie übrigens auswendig, diese 90+. Das ist höchst respektabel und sehr unterhaltsam, auf diese Weise etwas über französische Geografie zu lernen.

Was man noch lernt: Frankreich ist richtig groß. Viel zu entdecken.

Unterwegs II

Normandie

Immer noch der UK Blog. Doch aus der Normandie kam Willy der Eroberer, der Teppich von Bayeux befindet sich hier und Englische und Französische Kombattanten haben sich jahrhundertelang das Land streitig gemacht. Diese Vorgeschichte beschäftigt uns nicht so sehr in den beiden ganzen Tagen, die wir hier verbringen. Schnuppern wir in Triviales hinein: Wir machen die Beobachtung, dass in französischen Zügen nicht viel kontrolliert wird. Bei vier Zügen eine Kontrolle, das sind 25 Prozent. Man muss allerdings sagen, diese Stichprobe ist nicht repräsentativ …

Wir besuchen Bonner Freunde, die dieses Jahr in Granville Urlaub machen. Grund genug, in diese Küstenstadt zu fahren, auch wenn dafür 300 km zurückgelegt werden müssen. Die Normandie ist schon mal wieder anders. Das Steingrau ist anders, die Küstenlinie, das Essen.

Altstadt von Granville

Bei Ebbe ein Turm, bei Flut ein echter Sprungturm. Die Normandie bietet nicht nur meterhohen Tidenhub, sondern auch wunderbare Strände mit richtigen „Atlantikwellen“ (obwohl wir hier tiefer im Ärmelkanal stecken = östlicher als in der Bretagne). Tolles Baden zu jeder Zeit.

Ein weiterer Sprungturm in der Innenstadt bei Flut.

Die Eidechse ist aus der Bretagne, könnte aber auch aus der Normandie sein.

In die Innenstadt gelangt man am malerischten über den Garten von Christian Diors Elternhaus und einen Friedhof. Anstatt Frischblumen gibt es viele Keramikblumen auf den Gräbern. Gute Idee.

Die Steilküste ist perfekt aufwindig. Jeden Tag sieht man Gleitschirme fliegen. Hier als kleiner bunter Strich hinter einem Grabkreuz.

 

Ein Diskussionspunkt ist Mont St. Michel. Zu viele Leute? Bestimmt, doch ich finde einen Kompromiss in dieser Wanderung entlang der Gegenküste des weltberühmten Klosters:

Dies ist unser Blick während der dreistündigen Küstenwanderung. Dazu Schafe, Kühe und keine Leute. Ein perfekter Nachmittag und irgendwann schaffen wir es auf der Heimfahrt sogar noch einen Kaffee zu trinken (war nicht so einfach). Beim nächsten Besuch gehe ich um 8 Uhr in der Früh zu diesem Berg und warte auf die Menschenmenge.


Der Heimweg wird wieder zurück von Roscoff angetreten. Die glatte Überfahrt bringt uns gegen Abend in Nebel vor Plymouth. Ungewöhnlicherweise (wie mir Einheimische später bestätigen) ist der Nebel so dicht, dass der Hafenmeister der Queen (Queen’s Harbour Master) den Hafen sperrt. Quasi in Sichtweise unseres Hauses – stimmt nicht, man sieht nicht die Hand vor Augen – warten wir die Nacht ab. Uns geht es gut, wir haben eine Kabine, bekommen sogar Frühstück umsonst und müssen die weiteren Tage eh nicht umorganisieren.

Um 6 Uhr in der Früh herrscht dickster Nebel. Um 6.30 scheint die Sonne, der Nebel hat sich ohne nennenswerten Wind einfach davongehoben.

Plymouth Sund in der Morgensonne

Unterwegs I

Bretagne

Haltet ein! Stopp.
Dies ist der Großbritannienblog, was soll da ein Ferienbericht über Frankreich? Das passt auf den ersten Blick gar nicht. Ich will jedoch ein paar Bilder unters Volk bringen und bin um keine Ausrede verlegen. Die Bretagne heißt Brittany auf Englisch. Da Great Britain das Groß-Britannien ist, ist Brittany die kleine Bretagne. Die Bezeichnung bedeutet bemalte Leute und bezieht sich auf die ersten Bewohnenden, auf die seinerzeit Rom hüben und drüben des Kanals getroffen ist. Und schon hatten sie ihren Namen weg.

Unabhängig davon gibt es eine gemeinsame Geologie, dazu weiter unten mehr.

Schaun wir doch mal hin, mit der Plymouth-Roscoff Fähre vom für uns nur 15 Radminuten entfernten Hafen. Bei Nacht fährt die Fähre langsamer, kann man schlafen, tagsüber geht es schneller (um die 7 Stunden).

Die Bretagne wartet mit wenig Meer auf uns. Der Tidenhub ist mehrere Meter hoch und man gewinnt den Eindruck, es gibt immer mehr Ebbe als Flut; genau wie in Plymouth. Der Eindruck trügt natürlich und zum Baden finden sich immer Stellen.
Freund L wartet am Hafen, um uns mit dem Rad zu unserer Unterkunft zu begleiten. Wir sind privilegiert, müssen nicht mühsam mit Karten oder Navis lavieren. Nach 18 Jahren Bretagneurlaub am selben Ort kennen sich unsere Freunde bestens aus. In den nächsten Tagen werden wir mit Rad und Auto begleitet, herumgefahren und bestens betreut.

Wir wohnen in einem kleinen Herrenhaus mit drei Eseln, einem Pferd, einem Maulpferd, Hühnern, zwei Hähnen und einem entspannten Hund. Das Haus ist voller Antiquitäten wie einem alten Bett, das in der Diele / dem Frühstücksraum steht. Wie die bayrischen Bauernbetten für die ganze Familie: zu kurz zum Ausstrecken, man schlief halb im Sitzen.
Frühstück ist französisch: hervorragender Kaffee und viel Süßes. Einmal sogar ein Töpfchen Mousse au chocolat. Die nette Dame des Hauses ist immer bereit zu einem Schwätzchen.

Die Bretagne bietet etwas für uns Gewohntes: wie in Wales sind die Ortsnamen und einiges andere zweisprachig aufgeführt – auf Englisch und auf Bretonisch. Man kann in der Grundschule Bretonisch lernen, es gibt jedoch keinen Zwang. Das Selbstverständnis erhält sich auf verschiedene Weisen, an Selbstvertrauen für die eigene Kultur fehlt es nicht: die Landschaft, die Bauweise, die wirklich schmackhafte Küche, die ohne 30 Gänge und den berühmt-berüchtigten französischen Schnickschnack auskommt … es kommt einiges zusammen.

Um einiges von diesem „einiges“ zu erwähnen: Buchweizencrepes (die sind pikant gefüllt, wogegen die Crepes aus Weizen süß sind), bretonischer Butterkuchen Far Breton, anderer bretonischer Butterkuchen Kouign Amann; und noch andere bretonische Butterkuchen. Man kann hier ein Muster erkennen: Butter ist Pflicht! Am besten die leicht salzige bretonische Butter, die anders schmeckt als Standard salzige Butter von anderswo.
Als Hauptspeisen kommen aus dem Meer Miesmuscheln, Jakobsmuscheln, Algenpasten (ja, die kann man nicht angeln, man erntet die Algen und macht was daraus), Sardinen, Austern (immer noch nicht probiert, muss ich in Cornwall machen).

Wunderschöne Wegkreuze allüberall.

Die Bretagne ist ein Gemüseland. Vor allem Zwiebeln (früher gab es Kleinhändler, die bepackt mit Zwiebeln nach England übergesetzt haben) und Artischocken.


Glücklicherweise wird beim Brot kein Kompromiss gemacht. Sicher gibt es in Frankreich auch vorgefertigte Fabrikteiglinge, doch es ist einfach, Bäckereien zu finden, die Baguette, Croissants und Brandteigéclairs selbst zubereiten und dies auch auf Schildern anpreisen.

Der, wie wir zur Verwunderung unserer deutschen Freunde meinen, irgendwie dickflüssige Cidre wird oft in einem Keramikkrug auf den Tisch gestellt und aus einer Art dickwandiger Teetassen getrunken (leider kein Bild).

Dazwischen bleibt immer die französische Lebensart: einfach mal ins Café setzen, einen Pastis schlürfen oder eine bretonische Breizh Cola (schmeckt wie Afri Cola) oder einen kleinen Café.

Hoffentlich vom Lesen satt geworden? Wir kommen zur Geologie zurück:

Die Bretagne, Cornwall und Süddevon stammen laut neuester Forschung aus demselben geologischen Zeitraum und Material. Der Ärmelkanal ist nicht besonders alt, das ist lange bekannt, doch nun heißt es zusätzlich, die brit. Hauptinsel sei kein Monoblock. Augenscheinlich wird das an der Küstenform: endlos viele Fluß- und Flüßchentäler fallen auf beiden Seiten des Kanals zum Meer hin ab und werden durch den Tidenhub reguliert. Bei Ebbe eine breite Schlammlandschaft mit unbeweglich getrandeten Booten, bei Flut ein Delta mit leise for sich hin dümpelnden Schiffchen. Das war es aber schon mit den Gemeinsamkeiten. Das große und das kleine Großbritannien haben Unterschiede: die Radwege sind in Frankreich besser beschildert. Die Leute sind ein bisschen muffiger, bis man sie kennen lernt. Die Häuser sehen anders aus. Es gibt mehr Menhire und andere Kulturzeugnisse. Es scheint weniger Bodenschätze zu geben, man lebt seit jeher von Fischerei, Häfen und Landwirtschaft, nicht auch von Zinn oder Kupfer oder Porzellanerde wie jenseits des Kanals.

Richtig alt

Weswegen man (ich) die Bretagne besucht. Wegen der Frühgeschichte. 6000 Jahre altes Hügelgrab in Barnenez :

Menhir:

Auf geht’s

Wenn man weg möchte, fährt man zum äußersten Zipfel und marschiert los:

Auch von der Bretagne, St. Mathieu, fast am äußersten Rand von Finisterre, kann man nach Santiago wandern.

Ziemlich alt

Und es gibt eine besondere Kirchenbauform, die eingezäunten Kirchen (églises enclos). Vor 500 Jahren ging es der Bretagne besonders gut. Flachsanbau, Fischerei, wichtige Häfen, alles lief hervorragend. Grund genug, sich schöne Steinkirchen zu bauen mit mehr als einem Hauch von Konkurrenz: jedes Dorf wollte die schönste Kirche haben. Zum Gebäude selbst kommt mindestens ein Ossarium (Beinhaus, heute ohne Gebeine), mindestens ein Kalvarienberg aus Stein, ausladende Sakristeien, barocke Altäre und um alles herum ein sauberes Mäuerchen. Das alles in Steingrau und mit guter Atmosphäre.

Nicht leicht zu erkennen, doch unter der Deckenlampe befindet sich ein geschnitzter Drache – ein Wikingereinschlag, sehr häufig anzutreffen.

Als Beispiel: Kirche von Lampaul-Guimiliau

Steinschiff in Roscoff

Gebeinhaus in Roscoff

Das wars auch schon hierzu, im nächsten Beitrag wird es in die Normandie gehen.

Das entschleunigte Beuteltier

… und andere Wesen im Zoo von Chester.

Bevor ich dazu komme, warum bin ich hier, im NORDEN? Ich wohne doch im SÜDEN? Es ergab sich, am jährlichen Ausflug der Gesellschaft der jungen! Glockenläutenden aus Devon teilnehmen zu können. War natürlich mit Abstand die Älteste unserer 9-köpfigen Gruppe, die am Samstag in 5 Kirchen rund um Oswestry (das liegt ca. 30km von Tattenhall entfernt) an den Seilen zogen. Inklusive Übernachtungen in einer Pfadfinderhütte im Schlafsack, Lagerfeuer machen, das ganze Programm. Wie in alten Zeiten.

Als Beispiel St. Oswald in Oswestry, 8 Glocken. Oswestry liegt im Grenzland zwischen Wales und England. Jahrhunderte lang wurde entlang der Grenze um die Vorherrschaft Englands (damals das Reich Mercia) und die Unabhängkeit Wales gerungen. Wie das ausging, weiß man. Damals versuchten sich Beteiligte und Unbeteiligte zu schützen. An vielen Kirchen dieser Zeit finden sich im fetten Grundteil der Kirchtürme Wehrtürme, die später mit schlankeren Bauten erhöht und mit Glockentürmen abgeschlossen wurden. Deshalb diese fast stufenpyramidale Form.

Im Nachschlag habe ich in Tattenhall viele FreundInnen treffen können und war im berühmten Zoo. Der ist so groß, dass man neben alten Freunden wie dem Rhinozeros garantiert Tiere entdeckt, von denen man nie gehört hat.

Wie dem Baumkänguruh. Das ist ein Einzelgänger, lebt wie der Name sagt auf Bäumen, bewegt sich gemächlich und macht sein Ding. Fabelhaft. Ein Nicht-Kuscheltier für alle, die meinen, wenn sie mal ne Pause machen, bricht der DAX zusammen.

Nicht so gut hinter der derdappten (mit Fingerabdrücken verschmierten) Scheibe zu erkennen, doch das lange Ding unter dem Ast ist der Schwanz. Einen Augenblick war ich versucht, die Scheibe zu putzen, habe es dann gelassen.

Mehr Beuteltier:

Zum knutschen.

Dann gibt es das neue Lemurengebiet. Ein Gehege, durch das man durchgehen kann. Hat mich verwundert, durch Echsen marschieren? Etwas merkwürdig. Ist es aber nicht, denn Lemuren sind ja Halbaffen. Ich dachte an Leguane. Die Halbaffen scheren sich nicht viel um die Menschen, die waren recht kregel.

Und ja, ich weiß, ich bin Biologin, aber man kann sich ja mal vertun.

Press-Luft im Hinterhof

Zwei Tage Sturmböen aus dem Osten lassen kein Blatt ungebeugt im engen Hinterhof. Wie eine Faust drückt sich der Wind auf die Dahlien, Phloxe und Minirittersporne. Die Verbenen haben eine schlechte Fönfrisur, die Duftsteinriche verkahlen und die Monarden wehts gleich ganz vom Ecktisch. Da muss hurtig gebunden, gestützt und in den Windschatten versetzt werden, denn es hilft ja nichts, man kann nicht zwei Tage lang Stengelchen die Triebe halten.

Denn uns zieht es hinaus in andere Windschatten, in eine Bergfalte an der Küste: Coleton/Fishacre Haus in Devon.

Könnte auch Italien sein. Comersee und so.

 

Rittersporne in allen Schattierungen, Bachflora, Palmfarne mit Bambus in eigenen Wäldchen, dieses Haus von 1925 (art und crafts, eine Art Jugendstil für Heimwerker, eine wichtige Gegenbewegung zur gesichtslosen industriellen Massenfertigung) hat sie alle im Garten.

Und Meerblick:

Innen die meist nicht originale doch liebevoll bis ins Detail zusammengetragene stimmige Einrichtung aus den 30er Jahren (Stilrichtung Art Deco).

Wenn der geschätzte Gast vom, natürlich hauseigenen, Tennisplatz (heute die Glashäuser) zurückkam und er sich zur Cocktailstunde frisch machen wollte, fand er im Zimmer möglicherweise ein Waschbecken vor. Badewannen gab es in dem riesigen Haus nur zwei. Beide Badezimmer mit Hand gemalten, vage Sport betreffenen Fliesen geschmückt:


Der Heimweg geht gewissermaßen über See, nicht über Land. In Dartmouth muss, ja, wer wohl, die Dart überwunden werden. Der Einstieg zur Fähre sollte nicht schmäler sein, diese Stelle ist für Ein- und Ausfahrt.

Der Preis sind stolze 6 Pfund für ein Auto, im Gegenzug erhält man nicht nur Zugang zu diesem Ort – Dartmouth – ,

sondern hat auch diesen Blick:

Dartmouth hat die einzige brit. Offiziersakademie (Marine), ansonsten gibt es viele Jachten und alte Häuser. Feriengefühl macht sich breit. Man ist nicht umsonst an der englischen Riviera.

Diese Kirche macht auch einen guten Eindruck (Christ Erlöser):

Vor allem innen:

Mittelalterlicher Lettner (Trennung von LaiInnen zu Chorgestühl)

Und diese schönen Holzdecken hat sie auch:


Zu guter Letzt noch die wahnsinnigste Blüte der Welt (subjektiv, ja, aber mit Grund).

Oben bei Haus Coleton sieht man die früher gezeigte südafrikanische Delosperma in blinzeln-machender rosa Pracht. Doch der Garten hat noch ein Schmankerl aus Chile zu bieten, eine biedere Bromelie (nein, keine Blumelie, eine  Bromelie). Mit dunkelgrünen Blüten:

Die Blüten sind nur 2-4 cm im Durchmesser, die Farbe scheint Kobibris anzulocken. Dennoch bin ich froh, dass „Adele schon zu Abend gegessen hat“.

Erklärung zum Film.

Diese Schönheit ist eine Puya Beteroniana.

Frische Luft

Wir haben bereits gelernt, keinen zu großen Wert auf die Wettervorhersage zu legen. Die Abweichungen Regen oder kein Regen welcher prognostizierten Wahrscheinlichkeit auch immer sind über einen ganzen Tag verteilt riesig.

Besser aus dem Fenster zu sehen und dann, egal was man sieht, für alles gerüstet aus dem Haus zu gehen.

Die letzten beiden Tagen waren endlich eine Ausnahme: die bis zu 20 Grad und trocken lautende Prognose klang irgendwie wahr. Und schon ließen wir alles stehen und liegen und verbrachten einen Nachmittag in Devon  (nach Westen) und einen Tag in Cornwall (nach Osten). Beides einen Steinwurf von Plymouth entfernt.


Devon: Newton Ferrers und Noss Mayo

In dem Doppelort habe ich schon geläutet, nun sollte er erwandert werden.

Der erste Eindruck waren diese oben abgebildeten Blumen. Vor allem die linke sieht aus wie eine Faschingsdekoration. Unirdisches Magenta. Großartig, diese Strahlkraft. Mittlerweile habe ich festgestellt, es handelt sich um Varianten von Delosperma Cooperi, Coopers Eisblume, ein Mittagsblumengewächs aus Südafrika. Und nicht etwa um Hauswurzen (Sedum). Das südliche Afrika bildet ein besonderes Florenreich, eine Welt für sich, mit Tausenden von Arten und sogar Pflanzenfamilien, die es nur dort auf der Welt gibt (bis die GärtnerInnen kamen und die Pflanzen über die ganze Welt gepflanzt haben und das ist verständlich). Viele werden diese strahlende Eisblume schon gesehen haben, ich habe sie bisher offenbar übersehen, obwohl das fast nicht möglich erscheint.

Nach dieser Ablenkung konzentrierten wir uns aufs Gehen. Newton und Noss liegen an tidenbeeinflussten Flüssen. Will heißen: das Meer kommt bei Flut hoch, bei Ebbe sieht man nur kleine Flüsschen, von diesen aber zahlreiche. Deshalb darf man hier Moses spielen:

Auf diesem Betonpfad kann man bei Ebbe bequem nach Noss Mayo hinübergehen. Rechts und links der Schlick. Vor uns, nur einen dicken Hügel weiter und ca. 1,5 km Luftlinie, der Ärmelkanal.

Und gleich noch ein Flusspfad am nächsten Querstück/Zufluss.

Wir sind auf den Hügel rechts im Bild gestiegen und haben das Meer auf einer Gatterlatte stehend sehen können. Mehr war im Zeitrahmen nicht möglich.


Deshalb heute ganz anders. Meer von Anfang an.

Mit der Fähre 40 min von Plymouth nach Cornwall, Mount Edgcombe.

Blick zurück nach Plymouth. Rechts im Hintergrund sieht man gerade noch den Leuchtturm auf dem Hoe.

Wir wandern entlang des Südwest-Weitwanderpfads nach Kingsand, einem kleinen Dorf. Wir befinden uns hier immer noch innerhalb des Plymouth Sunds, kratzen aber schon am Rande des offenen Meeres bzw. Ärmelkanals.

Ein Vorteil von Südengland, man ist umständelos in einem Wald. Vielleicht braucht das die deutsche Seele: Waldstücke, es tut jedenfalls gut.

Kingsand beim Anwandern. Sieht ein bisschen abweisend aus.

Doch innerhalb ist das Dorf malerisch, mit netten kleinen Cafés und Pubs, nicht überlaufen und im Naherholungsbereich von Plymouth. Eine Entdeckung.


Was wir heute nicht gemacht haben: nach Exeter fahren. Dort fand das Finale des größten 12 Glockenturniers des Landes statt. d.h. die in Ausscheidungswettbewerben ermittelten 10 Teams müssen alle auf 12 Glocken dasselbe „Stück“ läuten. Wer es am gleichmäßigsten kann, hat gewonnen. Es ist ein Ereignis mit Bierzelt und allem drum und dran und findet jedes Jahr in einer anderen Stadt mit einem 12 Glockenturm statt. Da ich nicht dort war, höre ich mir die 8stündige Liveübertragung im Nachhinein (gerade jetzt) auf youtube an. Sehr unterhaltsame Übertragung, wenn Nichtläutende das auch bezweifeln könnten;-).

 

Der etwas andere Weinkeller

Vor dem Weinkeller ein Hinweis:

In der rechten Spalte befindet sich jetzt ein Sozialer Medien Knopf: dieses Waschmaschinenzeichen soll eine Kamera darstellen. Ich habe nie verstanden, wie sich dieses Symbol für Instagram, das Bildteilungsprogramm, durchgesetzt hat. Ich stutze jedes Mal erneut. Ärmlich, doch es glänzt nicht das Symbol, sondern einige der NutzerInnen, die mit ihren Bildern sehr inspirierend sein können. Ich selbst fotografiere, was mir so auffällt, meist botanischer Natur. Viele lassen ihre Bilder für sich sprechen, viele schreiben etwas Text dazu – in irgendeiner Sprache. Der Text ist nicht so wichtig.

Und nun zurück zum Alkohol.


Kürzlich in einem dieser endlos vorhandenen Herrenhäuser:

(Cotehele in Cornwall, 15. Jahrhundert)

Ein besonders schöner Tantalus aus ? Walnussholz? Tantalusse werden die Karaffenbehälter genannt, wenn sie ein Schloss aufweisen – der Hausherr schloss ab, um die DienerInschaft am mittrinken zu hindern. So nah, und doch so fern … deshalb der Name des von den Göttern verurteilten Tantalus, der immer Durst leidet. Der Tantalus war ein unangenehmer König, doch ein erfundener: wenn es ihn gegeben hätte, wäre der Name ziemlich geschmacklos.
Dieses Exemplar bietet Platz für vier verschiedene Getränke, klassischerweise, Whisky, Portwein, Sherry und noch etwas anderes. Als besonders hübsche Note ist das im Deckel herausfallsicher angebrachte Trinkglas zu beachten. Es handelt sich um ein Einzelglas, der Eigentümer des Tantalus schien nicht auf Gesellschaft warten zu wollen.

Der Tantalus steht im Salon für den sofortigen Zugriff auf steife Drinks. Der Vorrat dafür findet sich in einem Raum, der in erster Linie an Katakomben erinnert. Dieser Wein „keller“ befindet sich im Erdgeschoss, die Nischen sind noch mit Etiketten für die ehemaligen Inhalte versehen.

Innenhof des Hauses:

Der nahe gelegene zugehörige Landungssteg am Fluss Tamar:

Die Wolkenwand zeigt an, was kurze Zeit später eintrat – wir wurden nach Hause geschwemmt. Allerdings in einer netten Lokalbahn.

 

Darf es ein bisschen Meer sein?

Eine Zugfahrt durch ein sehr grünes Tal nach Looe (ausgesprochen Lu). Das ist Cornwall – grün, grün, grün und dann, irgendwo und irgendwann, naht das Meer.

Und eine perfekte Bucht mit nicht perfektem Wetter: zu kühl zum Baden.

Aber schön bunt:

Blick vom Hügel:

Looe ist ein altes Fischerdorf und ehemaliger Güterhafen am Ärmelkanal. Siedlungen sind seit der Keltenzeit belegt. Der gleichnamige Fluss zerschneidet Looe in Ostlooe und Westlooe, verbunden durch eine Brücke. Für 50 Pence pro Mensch kann man sich flussabwärts der Brücke auch kleiner Fährboote bedienen. Reicht für 3 Minuten Seegefühl und ein kleines Einkommen für eine Gruppe von Fährleuten mit ihren eigenen Booten, die sich offenbar organisiert haben, wer wann wie viele Fahrten unternimmt. Denn als wir nach dem Aussteigen der Passagiere bei ihr einsteigen wollen, werden wir von der Kapitänin freundlich darauf hingewiesen, dass x mit seinem Boot die nächste Fahrt übernehmen wird. Sie parkt derweil mit ihrem Boot 2 m weiter.

Wir haben einen Grund, uns hier einzufinden: offene Atelierwoche eines Cornwall weiten KünstlerInnenverbunds. Die abstrakte Kunst eines Malers auf dieser Liste hat mich angesprochen, er teilt sein Atelier mit seiner Frau, die abstrakte Glasverschmelzung (Fusion Glass) betreibt. Man sieht Ähnlichkeiten in der Inspiration und doch sind die Medien so anders.

Glas
Malerei

Vor dem Atelier stehen zwei alte Mercedes-se aus den 80er Jahren, die Klaus interessieren. Die werden mit dem Maler, dem Eigentümer, besprochen, bis ich dazukomme und wir über Politik und die Welt reden. Ein sehr anregendes Gespräch an einem freien Nachmittag (dieser letzte Montag des Monats war in England der Maifeiertag). Gab diesem Ausflug die persönliche Note.


Und Glocken klingen überall:

Die Devon Ringer sind immer aktiv. Bei zwei Ausflügen war ich bereits dabei, doch es geht weiter und weiter. Gestern bei Bilderbuchwetter mittags Grillen, anschließend Läuten in dieser abseits gelegenen wunderschönen Kirche von Walkhampton im Dartmoorgebiet. Grund der kleinen Feier: der Jahrhunderte alte Turm wurde, wie so vieles in der Zeit, in den 70ern mit Betonmörtel verfugt. Seitdem hat der arme Kerl aus Granit dermaßen geschwitzt, dass sie innen an den Wänden Eimer aufstellen mussten, so lief das Wasser herunter. Schimmel ahoi! Es dauerte 18 Monate, den Fugenkitt wieder mit dem traditionellen, atmungsaktiven Kalkmörtel zu ersetzen. Jetzt hat der Turm Jahrzehnte Zeit, sich zu erholen. Die braucht er auch!


Ein paar Blumen von der Arbeit bei holly bee flowers: auch bei trübem Wetter Leuchtkraft in der Bude garantiert.

In den Garten

Plymouth mag als Häusermeer erscheinen, doch nicht alles ist Stein in Stein und nicht alles ist Radfahren entlang großer böser Straßen. Neben unzähligen kleinen und mittleren Parks befinden sich sogar Radwege in unserer Mitte. Unser nächst gelegenes Herrenhaus befindet sich keine 5 km entfernt und ist zu 85% (mindestens) auf separaten Radwegen zu erreichen. Radweg unter der Bahn durch, auf eine Radbrücke über eine Bundesstraße, auf einer Radbrücke über den Fluss Plym (wenn der da ist, meist scheint er nicht da zu sein, er ist tidenabhängig, siehe Bild mit Blick zurück in die Stadt) und dann flussaufwärts bis zu Haus und Garten geradelt. Perfekt. Wenn man noch bedenkt, dass kurz vor dem Herrenhaus der große Recyclinghof der Stadt liegt, an dem man merkwürdige Gegenstände aller Art loswerden kann – noch ein Grund mehr, hier entlangszuradeln.

Das Haus:

Von innen nur ein paar Details. Das Haus ist gestopft voll mit orginaler Einrichtung und Kunst, vieles erste Sahne, doch in den Gängen hängen wirklich viertklassige Schinken. Ich habe mich dieses Mal auf Details beschränkt, die große Handwerkskunst.

Mit verschiedenen Materialien intarsierter Reiter auf einem Tisch. Nur ein Beispiel der Mode der Chinoiserie, der Einführung, Nachahmung und genereller Bewunderung chinesischer Kunst und Formensprache im 17. und 18. Jahrhundert.

Die freundlichen Damen verschönern den Aufenthalt in einem kleinen China-Zimmer: als Wandbemalung.

Ein blauer Drache auf einer kleinen Vase. Keine Ahnung, was auf dem Würfel steht.

Vielleicht inspiriert von den chinesischen Wachlöwen (Foo-Hunde). Ein paar putziger Kaminornamente.

Der europäische Bildungskanon der Zeit darf nicht fehlen. Viel Inhalt in kleiner Verpackung, diese Bücher sind nur ca. 15 cm hoch.

Draußen vor der Tür:

Keine Porzellanglöckchen. Aber so was in der Art. Im Garten konnte man auch gut ein paar Blätter Efeu abpflücken – gut für die nächste Wäsche, Efeu enthält Saponine, das sind Seifenmoleküle, braucht es weniger Waschmittel.