Darf es ein bisschen Meer sein?

Eine Zugfahrt durch ein sehr grünes Tal nach Looe (ausgesprochen Lu). Das ist Cornwall – grün, grün, grün und dann, irgendwo und irgendwann, naht das Meer.

Und eine perfekte Bucht mit nicht perfektem Wetter: zu kühl zum Baden.

Aber schön bunt:

Blick vom Hügel:

Looe ist ein altes Fischerdorf und ehemaliger Güterhafen am Ärmelkanal. Siedlungen sind seit der Keltenzeit belegt. Der gleichnamige Fluss zerschneidet Looe in Ostlooe und Westlooe, verbunden durch eine Brücke. Für 50 Pence pro Mensch kann man sich flussabwärts der Brücke auch kleiner Fährboote bedienen. Reicht für 3 Minuten Seegefühl und ein kleines Einkommen für eine Gruppe von Fährleuten mit ihren eigenen Booten, die sich offenbar organisiert haben, wer wann wie viele Fahrten unternimmt. Denn als wir nach dem Aussteigen der Passagiere bei ihr einsteigen wollen, werden wir von der Kapitänin freundlich darauf hingewiesen, dass x mit seinem Boot die nächste Fahrt übernehmen wird. Sie parkt derweil mit ihrem Boot 2 m weiter.

Wir haben einen Grund, uns hier einzufinden: offene Atelierwoche eines Cornwall weiten KünstlerInnenverbunds. Die abstrakte Kunst eines Malers auf dieser Liste hat mich angesprochen, er teilt sein Atelier mit seiner Frau, die abstrakte Glasverschmelzung (Fusion Glass) betreibt. Man sieht Ähnlichkeiten in der Inspiration und doch sind die Medien so anders.

Glas
Malerei

Vor dem Atelier stehen zwei alte Mercedes-se aus den 80er Jahren, die Klaus interessieren. Die werden mit dem Maler, dem Eigentümer, besprochen, bis ich dazukomme und wir über Politik und die Welt reden. Ein sehr anregendes Gespräch an einem freien Nachmittag (dieser letzte Montag des Monats war in England der Maifeiertag). Gab diesem Ausflug die persönliche Note.


Und Glocken klingen überall:

Die Devon Ringer sind immer aktiv. Bei zwei Ausflügen war ich bereits dabei, doch es geht weiter und weiter. Gestern bei Bilderbuchwetter mittags Grillen, anschließend Läuten in dieser abseits gelegenen wunderschönen Kirche von Walkhampton im Dartmoorgebiet. Grund der kleinen Feier: der Jahrhunderte alte Turm wurde, wie so vieles in der Zeit, in den 70ern mit Betonmörtel verfugt. Seitdem hat der arme Kerl aus Granit dermaßen geschwitzt, dass sie innen an den Wänden Eimer aufstellen mussten, so lief das Wasser herunter. Schimmel ahoi! Es dauerte 18 Monate, den Fugenkitt wieder mit dem traditionellen, atmungsaktiven Kalkmörtel zu ersetzen. Jetzt hat der Turm Jahrzehnte Zeit, sich zu erholen. Die braucht er auch!


Ein paar Blumen von der Arbeit bei holly bee flowers: auch bei trübem Wetter Leuchtkraft in der Bude garantiert.

In den Garten

Plymouth mag als Häusermeer erscheinen, doch nicht alles ist Stein in Stein und nicht alles ist Radfahren entlang großer böser Straßen. Neben unzähligen kleinen und mittleren Parks befinden sich sogar Radwege in unserer Mitte. Unser nächst gelegenes Herrenhaus befindet sich keine 5 km entfernt und ist zu 85% (mindestens) auf separaten Radwegen zu erreichen. Radweg unter der Bahn durch, auf eine Radbrücke über eine Bundesstraße, auf einer Radbrücke über den Fluss Plym (wenn der da ist, meist scheint er nicht da zu sein, er ist tidenabhängig, siehe Bild mit Blick zurück in die Stadt) und dann flussaufwärts bis zu Haus und Garten geradelt. Perfekt. Wenn man noch bedenkt, dass kurz vor dem Herrenhaus der große Recyclinghof der Stadt liegt, an dem man merkwürdige Gegenstände aller Art loswerden kann – noch ein Grund mehr, hier entlangszuradeln.

Das Haus:

Von innen nur ein paar Details. Das Haus ist gestopft voll mit orginaler Einrichtung und Kunst, vieles erste Sahne, doch in den Gängen hängen wirklich viertklassige Schinken. Ich habe mich dieses Mal auf Details beschränkt, die große Handwerkskunst.

Mit verschiedenen Materialien intarsierter Reiter auf einem Tisch. Nur ein Beispiel der Mode der Chinoiserie, der Einführung, Nachahmung und genereller Bewunderung chinesischer Kunst und Formensprache im 17. und 18. Jahrhundert.

Die freundlichen Damen verschönern den Aufenthalt in einem kleinen China-Zimmer: als Wandbemalung.

Ein blauer Drache auf einer kleinen Vase. Keine Ahnung, was auf dem Würfel steht.

Vielleicht inspiriert von den chinesischen Wachlöwen (Foo-Hunde). Ein paar putziger Kaminornamente.

Der europäische Bildungskanon der Zeit darf nicht fehlen. Viel Inhalt in kleiner Verpackung, diese Bücher sind nur ca. 15 cm hoch.

Draußen vor der Tür:

Keine Porzellanglöckchen. Aber so was in der Art. Im Garten konnte man auch gut ein paar Blätter Efeu abpflücken – gut für die nächste Wäsche, Efeu enthält Saponine, das sind Seifenmoleküle, braucht es weniger Waschmittel.

Kleiner Blog

… von kleinem Ausflug. Ein 2x ENDLICH

1) ENDLICH hat K. auf einem RASENPLATZ Tennis gespielt. Also so wie sie in Wimbledon spielen. Der Club, den er sich in Plymouth ausgeguckt hat, hat Hartplätze, aber auch zwei Rasenplätze. Beweisfoto existiert noch nicht, ich war wegen Erkältung nicht dabei, doch seine Einschätzung: interessant, doch in Wimbledon sind die Plätze vermutlich besser gepflegt (also für das Spiel vorhersehbarer, der Ball hüpft nicht überall unberechenbar herum).

2) ENDLICH, das Wochenende ist für K. ein Abhaken von alten Wünschen: unsere erste DARTMOOR Wanderung. Nur eine kleine, doch immerhin. Licht war merkwürdig, Fotos nicht so toll, doch ein Eindrückchen von dieser so ANDEREN Landschaft, die sich keine 25 km von Plymouth entfernt befindet.

Bronzezeitliche Spuren (3-4000 Jahre) gibt es auch, Menhire, Steinreihen. Und viele Dartmoor Ponies und Rinder. Und Schafe gibt es und Wandernde.

Die letzten Blauglöckchen verblühen langsam. Es gibt richtige Wiesen voll davon.

Ein klassischer Anblick: windgeformte Bäumchen am Felsgrat.

Bronzezeitmenschen haben sich ordentlich Mühe gegeben.

Noch ein Wort zum Dartmoor Prison, dem berühmten Gefängnis. Seit Jahrzehnten beherbergt es keine Schwerverbrecher mehr, sondern normale Kriminelle. Es soll in den nächsten 10 Jahren abgewickelt werden. Mit seinen grauen Mauern sieht es eindrucksvoll aus, man kommt im Örtchen Princetown umstandslos daran vorbei, es liegt also nicht einsam und abgeschieden hinter einer Nebelwand verborgen.

Eindrücke

– das sind Dinge, die eindrücken und dadurch verändern. Oder?

Im neuen Alltag. Ein paar Vignetten.

Klima

Meeresklima, ganz anders als gewohnt. Schwitzen oder frieren? Manchmal scheint es dasselbe zu sein, ausgelöst durch fünf Minuten Unterschied oder durch gar nichts. Die gefühlte Temperatur ist oft anders als die faktische. Das ist überall so, doch hier ist das Verhältnis anders als im Inland. Die Luft erscheint trockener. Vielleicht liegt es am alten steinernen Haus oder am Salzgehalt der Luft.
Und Küste ohne Wind bedeutet eine Art Schwüle. Die Stadt hat auch ein anderes Licht. Gleißender (eines der tollsten Wörter der deutschen Sprache). Die hellen Häuser werfen das Licht noch einmal mehr zurück. Gut, dass es viele grüne Parks gibt. Akklimatisation auf Meereshöhe.

Manche Straßen haben Baumbepflanzung und manchmal sogar grüne Vorgärten = und deshalb vermutlich höhere Preisen und auf jeden Fall mit Anwohnendenparkenschildern. Wenn es nicht so nobel hergeht, gibt es keine Bäume, sondern endlose Häuserzeilen, die wie die Straßen und die winzigen privaten Geländer vor den Häusern steinig hell sind. Eine Art tote Uniformität. Alles Leben spielt sich drinnen ab. Hoffentlich spielt sich da Leben ab. (Bestimmt!)

Unerwarteter Ausblicke: auf einem Stuhl am oberen Fenster stehend kann man das Meer sehen!

Glocken

bleiben das Thema. Ganz schön fordernd, die Proben hier. Das geht zack, zack, diese Methode wird geläutet, jene Methode wird geläutet. Habe zwei Türme besucht, das könnte ein guter Wochenrhythmus werden. Nachher in den Pub.  Geht gut, wenn man nicht mehr fahren muss und selbst zu Fuß in 25 Minuten zuhause ist.

Rad fahren

Bin in Millionenstädten geradelt, Köln, Berlin, München, doch in Plymouth hat es eine Woche gedauert, bis ich mich rausgetraut habe. Und doch – Rad fahren ist wie das sprichwörtliche Rad fahren, man verlernt es nicht, auch nicht in der Stadt. Atmen ist ein Problem, es geht immer auf und ab und die Luft ist einfach anders.
Nach der Anzahl der Joggenden zu urteilen gewöhnt man sich aber daran. Da sehen einige Leute ziemlich fit aus.

Wahlen

Leider durch den Umzug die Kommunalwahlen in Chester und in Plymouth verpasst. Plymouth hat eine konservative Mehrheit, doch eine starke Labourfraktion ebenso. Extreme Positionen werden nicht so sehr gewählt. Beruhigend, da die Gegend 60% Brexit gewählt hat. Ich denke, wegen der Fischereilobby. Leider wird diese auch vom Brexit nicht profitieren. Anders als es von außen aussieht, liegt das Gros der britischen Fischereien in den Händen von einigen wenigen Familien / Firmen. Griechische Verhältnisse. Die machen ihren Schnitt mit Brexit und Lobbyarbeit, die Quoten unnachhaltig zu erhöhen; jede Wette, dass die wenigen Kleinbooter nichts davon haben werden.

Bitte Platz zu nehmen, wir sind eingerichtet. Das Kissen ist von der genialen Barbara G. aus Tattenhall handgewebt.

Garten

Etwas Arbeit wird hier in Dartington sein bei Holly-Bee Flowers:

Der große Umzug

260 Meilen südwestlich von Tattenhall liegt die Hafenstadt Plymouth. Anderes Klima, andere Mentalität und Tidenhub haben sie hier auch.

Es gibt eine Bucht (Bay) von Plymouth, doch das ist das Plymouth in Amerika. Die geologische Formation in unserer neuen Heimat heißt Sound (Sund, Meerenge). Das ist eher technisch, für die Laiin sieht es wirklich wie eine Bucht aus:

Blick aus dem Stadtzentrum hinaus auf den Ärmelkanal.


Ein paar Notizen aus der Umzugszeit

Dankbar für

– sechs Jahre Tattenhall. Wir haben die Fremde gewagt, versucht, die Gemeinsamkeiten zu finden und die kulturellen Unterschiede entweder zu verstehen oder wenigstens zu tolerieren. Wir durften viel lernen. Und viele Menschen kennen lernen, einige näher, im Laufe der Zeit sind Freundschaften entstanden. Das hat sich im Abschied gezeigt (schnüff).

Harte Schule

– die „Geeignetheitsprüfung“ als Mietende in Plymouth. Finanzen, Vermieterreferenzen, richtig viel Papierzeugs, man springt durch brennende Reifen. Unschön.

Schaum

– geschlagen: um das Haus in gutem Zustand zurückzulassen, leihe ich von einer Chorfreundin einen Staubsauger aus, der auch Lumas aufblasen kann und Teppiche shamponieren. Ich glaube ernsthaft, ich habe auch ein Zusatzteil gesehen, mit dem man was für die Haare machen kann.
Die Luma für die letzte Nacht im alten Haus habe ich mit der Fußpumpe aufgepumpt, doch die Teppiche wurden mit dem Multi-Monster gereinigt und das geht so: Der Sauger ist ein Stabsauger, so ein senkrechter, den man nicht hinter sich herzieht, sondern der kompakt vom Boden aufragt mit sichtbarem Staubsack. Den Staubsack abbauen und durch Wasserkanister mit Spezialspüli ersetzen. Saugbürste durch eine Art Tablett mit Unterbürste ersetzen, das mit dem Kanister mittels eines Schlauchs verbunden wird. Die nötigen Handgriffe wurden in einer Bildanleitung erklärt. Irgendwann habe ich es auch kapiert und angewandt.

Den Boden vorher gründlich auf normale Art absaugen. Dann das Gerät anschalten und – gut, dass ich vorgewarnt wurde – alles voller Schaum, sofort, wie eines dieser alten Schaumbäder. Beim Bewegen des Saugers zieht man eine breite Spur des Schaumes hinter sich her. Phantastisch und sehr ungewohnt. Wer meint, der Teppich sei nun triefend nass, irrt, nur leicht feucht ist er. Den Schaum kann man nun noch einbürsten und etwas später absaugen. Ein frischer? Duft schwebt über den Fasern, ein Gefühl der Reinheit und Gepflegtheit stellt sich ein.

Leider kein Wundermittel, Möbelabdrücke, wirkliche Flecken etc. bleiben meist bestehen, doch man hat das gute Gefühl, etwas geschafft zu haben.

Stolz auf

– um die 15 Umzugskisten weniger als vor sechs Jahren. Bevor die Korken knallen: es waren immer noch um die 100, nicht gerade wenig. Was nimmt den meisten Platz ein? Kultur – Bücher, viel Geschirr, Schachspielsammlung.

Modern

– geworden: um alle und jede in deren jeweiligen bevorzugten Modus erreichen zu können, wurde ein gebrauchtes Smarty erworben. Im edlen Goldton, richtig schick. Damit macht es Spaß, zu appen und wie man das sonst so nennt. Was kommt als Nächstes, kann man fragen. Eine Rakete für den nächsten Urlaub auf die Bahamas? Antwort: erst mal sacken lassen.

Knifflig

Vom Land mit Garage und Garten in die Stadt mit kleinem Hof und ohne Garage. Es hilft nicht, die Kisten zu nummerieren und alles einfach genauso wieder einzuräumen wie zuvor, das klappt nicht. z.B. verlieren wir den wertvollen großen Einbauschrank aus dem Schlafzimmer. Wir gewinnen einige kleinere Schränke. Die Küche ist kleiner, doch es werden nicht mehr so viele Backsachen benötigt, meine Marktzeit ist größtenteils dabei. Alles neu denken, nichts ausschließen.

Erste

Begegnungen. Nicht überraschend, dass ich mich zuerst in Glockentürmen umschaue. So ein Turm (tower) bietet überall ein Stückchen Heimat. Meine erste Probe war ein Erfolg: sofort wohlgefühlt.

Großkopferd

… sind nicht nur die Politischen in London, die – doch darüber wollen wir gar nicht reden -, sondern auch diese Tiere:

Ist er zu sehen, der Kopf der Kegelrobbe? Wie ein großer Hundekopf oder eben wie ein Kegel erscheinend, tauchen die Tiere auf, um Luft zu holen. Sie drehen sich im Kreis, inspizieren die Umgebung und was sonst noch so los ist, und dann tauchen sie wieder unter. Es muss faszinierend sein, sich im Medium Wasser wohlzufühlen, und über Wasser ebenso. Sehr beeindruckend. Sowohl die Größe der Tiere als auch die Lebensweise.

Als ob wir Menschen, sagen wir, 20 Minuten locker und unbeschwert an Land was tun würden, danach aber unbedingt für ein paar Sekunden unsere Nasen oder Kiemen oder Schleimhäute in eine Schüssel mit Wasser tauchen müssten. Schwer vorzustellen, eine derartige Trennung von Lebenswelten. Doch für die Robben klappt es. Sie sind in Deutschland, vielleicht auch in den UK, die größten Raubtiere (damit sind Säuger gemeint). Bis zu 300 kg und 2,5 m Länge. Dieses Exemplar war mit ein paar FreundInnen hier zu finden:

Das sind die Hilbre-Inseln in der Deemündung. Um das geografisch aufzuschlüsseln: zuerst kommt Wales, nördlich dann der Dee, darauffolgend die Halbinsel Wirral (welche sich südlich von Liverpool, von dort getrennt durch den Mersey, befindet). An der Wirralspitze befinden sich die drei Inselchen, die man bei Ebbe bequem zu Fuß erreichen kann, keine zwei km sind es. Auf der Spitze der äußersten Insel, Hilbre, weht der Wind stärker, man bekommt das Gefühl, mitten in einer anderen Welt zu sein, fast schon hoch zur See, wenn man auch überall Land sieht – und dann bestimmt man die Tiere, die man hier so vorfindet. Vor allem Vögel. Wobei, bestimmen ist zu hoch gegriffen. Ich war mit einer kundigen Freundin da, die die englischen Namen wusste. Auf ihrem Wischkastl hat sie die wissenschaftlichen Namen nachgeschlagen, ich habe die in meinem deutschen Vogelbuch gesucht, und schwupp, schon habe ich die Namen Ringelgans, Austernfischer, Eiderente (wunderschön), großer Brachvogel und noch ein paar andere erkannt oder auch mal nicht. Die Robbe im Bild war eigentlich die Erste meines Lebens und als wir dann noch einen Delphin (großer Tümmler) vorbeischwimmen sahen, war der Tag endgültig ein toller Tag.

Und so sieht’s auf dem Wirral aus (jenseitig sieht man Wales).

Ein Miniwatt eben, nur eine Stunde von uns entfernt.

 

 

Warten auf Godot

Dabei lecker klönen: Diese beiden Herren sitzen im Sandstein wie Waldorf und Stattler, die beiden Meckerer aus der Muppetshow.
Sie sind Platzhalter.

Platzhalter, weil wir uns für ein Haus beworben haben, auch erstmal angenommen worden sind, und uns dennoch durch seitenweise Formulare quälen müssen für die üblichen Hintergrundchecks. Seit Jahrzehnten bin ich Mieterin und es ist immer unangenehm, sich in der Bewerbung beweisen zu müssen, selbst wenn man von Bekannten privat mietet. Jedes Mal wird es schlimmer. Unser jetziges Haus war unkompliziert: wir haben gesagt, wir haben keinen finanziellen Hintergrund in England, aber wir legen 6 Monate Miete auf den Tisch und schon ging was. Für unseren Umzug haben wir dasselbe vorgeschlagen, man sagte uns, ja, okay, nicht nötig, macht das nicht, aber füllt bitte diese klitzekleinen Formulare aus und ladet dazu alles Mögliche hoch. Mhm. Wir sind hoffentlich am Ende der Fahnenstange und können die Flagge hissen.

Und zwar diese hier, die von Devon.


Derweil

ein bisschen Tourismus. Auf unserer Expedition (400 km, gähn) nach Plymouth haben wir je auf dem Hin- und Rückweg zur Unterhaltung einen Ort angesehen, beide im wunderschönen Shropshire (leider eine Binnengrafschaft, kein Meer in Sicht, ansonsten perfekt). Die können wir nicht vorenthalten – die Bilder sind zwar nur Ersatz, ohne Geruch, Seitenblicke und Tee trinken, jedoch billiger als eine Reise.

Nr 1, Ludlow:

keine eineinhalb Stunden entfernt befindest sich dieses Kleinod von einem Ort mit eigener Burgruine. Und was für einer. Ludlow (alt-englisch, Platz auf Hügel bei Stromschnellen) mit dem genau so benannten Ludlow Castle war einmal so wichtig, dass sie als Hauptstadt des nahe gelegenen Wales gesehen wurde.

Eine seltene normannische Rundkirche im Burghof.


Auf dem Rückweg spontan gedacht: wir fahren immer an diesem Ort vorbei: Bridgnorth. Wollen wir doch mal reinschauen: Die oben im Beitrag eingefügten Figuren sind von dort. Sie halten ein Schwätzchen am Ufer des Severn, in dem bis 1856 Leute in Sandsteinhöhlen gelebt haben. Der Rest des Ortes ist auch nicht zu verachten:

So viel von uns aus der Tourismuswerbung. Bleiben Sie uns gewogen und bis zum nächsten Mal.

Dies ist NICHT die Möwe Jonathan

Überhaupt gar nicht die aus der Geschichte von R. Bach, die irgendwie symbolische Möwe. Sondern eine sehr reale fette Möwe. Und noch einmal im Zusammenhang, sie steht vor unserem Fenster:

Unserem Hotelfenster in Newquay, Cornwall. Schon beim Öffnen der Tür stand die Möwe draußen auf dem Vordach, äugte uns an, erwartete Futter?, pickte mit dem Schnabel gegen das Fenster und brachte sogar noch ein paar Kumpel mit. Sie schienen erfolgsverwöhnt, sahen nicht ein, dass wir nichts nach draußen warfen. Die Witzbolde! Gegen Abend waren sie verschwunden, vielleicht weil eine Busladung SeniorInnen angekommen war, die ihrerseits Zimmer belegten. Doch am nächsten Morgen beim Aufziehen des Vorhangs: dass die Truppe uns nicht aufweckte, nach dem Motto: ihr Penner, macht euch mal fertig und teilt euer Essen mit uns, war alles.

Möwe hin oder her, bei unserer -mal wieder- Haussuche, sah es so in Newquay aus:

Sogar SurferInnen im Wasser, in der Nebensaison. Die Neoprenanzüge machen es möglich: ein Eindruck später, als es diesig wurde. Die schwarzen Punkte sind Wellenreitende, das Hotel auf der Klippe ist NICHT das Hotel, in dem wir übernachtet haben.

Von diesen Buchten gibt es mindestens fünf in der Stadt, die mit besten Buchten der Britischen Inseln besitzt und ein SurferInnenparadies ist. Wer wollte da nicht mit Hoffnung hingehen, dass die zu vermietenden Häuser so toll sind, dass man in Bezug auf Arbeitsplätze (außer Tourismus?) es nicht so eng sieht, beziehungsweise hofft, dass es schon klappen würde. Es ist schon spitze.
Mhm, okay bis grausam lautet die Antwort bei der Wohnungssuche. Braungemusterte Teppiche im 50er Jahre Stil sind nicht jederfrau Sache. Das müsste dann schon richtig passen, war etwas ernüchternd. Die besten Häuser haben wohl die Zweitwohnsitzleute.


Noch ein Schritt zurück, dieses Mal zu Häusern in Plymouth. Die Besichtigungen dort sind anstrengend hoch zwei: jedes Mal in ein anderes Viertel fahren, durch eine Großstadt, viel Verkehr, immer die Gegend begutachten, versuchen, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie diese tickt (alternativ, spießig, großbürgerlich, studentisch etc.), dann das Haus ansehen, innen, außen, Lärm, Zustand usw. Wir haben eine Liste, damit wir nicht im Nachhinein uns am Kopf kratzen: ja, wie war das denn? Denn langsam geht im Kopf ein Haus über ins andere.

Zwei Beispiele:

Kleinere Häuser in einem gemischten Viertel – Wohngebiet, Gewerbegebiet (inkl. der Stadtwerke, Werkstätten etc.). Also gewöhnungsbedürftig. Doch in Meeresnähe und überraschend zentral, egal wo man hinmöchte. Zwei Häuser und beide sehr gepflegt, die haben wir in der Hinterhand gelassen.

Dann etwas großbürgerlicher:

Teuer, doch toll. Man konnte gar nicht umhin, sich NICHT zu bewerben. Doch im Prinzip war das Haus fünf Minuten, nachdem wir es besichtigt hatten, schon weg. Wir waren einfach zu spät dran. Wir haben ein weiteres Haus in petto, in einer anderen Gegend, mal sehen, ob wir Glück haben.

So weit der Stand der Dinge … im nächsten Blog folgen ein paar Reisebilder. Unsere Fahrten haben immer ein großäugig staunendes Tourismuselement. Es gibt viel zu sehen, auch gar nicht weit von Tattenhall entfernt.

Schaumbatzen wie Möwenschiss

… werden vom Sturm über die Promenade getrieben. Ist wie Spielen mit diesem alten Schaumbad, giftgrün, aus den 70ern. Badedas? Die riesigen Fetzen Gischt fegen einem in Blackpool um die Ohren. Blackpool ist DER Arbeitendenklasse Ferienort seit jeher und mit allen Aufs und Abs bis heute geblieben. Viele Abs z.B. durch die Konkurrenz der billigen Spanienflieger mit Sonnengarantie, wer würde nicht die Costa del Sol der Irischen See vorziehen. Und doch nicht totzukriegen mit neuen Vergnügungspark am Meer, gleich drei von den typischen ins Wasser hinausragenden Vergnügungspieren, dem Turm, der dem Eifelturm nachempfunden ist (leider noch nicht zur Saison geöffnet), einer breiten schönen Promenade, Buden um Buden, Theatern, Hotels um Hotels. Rimini hoch drei. Und immer wieder deutlich proll.

Heute mit Sturmwolken Grau in Grau:

Außerhalb des Stadtkerns, ohne Ablenkung durch die Stadt, bekommt man noch mehr von der Weite mit, die ein Ufer an sich hat. Der Himmel erscheint immer größer, da er sich im Meer fortzusetzen scheint. Links hinter der Bewehrung ahnt man das Meer, das aus seinem Bett springen möchte.

Es tobt nicht ein Sturm, nein, gleich zwei Stürme geben sich die Wellen in die Hand. Da hebt sich das Bein von alleine beim Spaziergang an der See. Muss man Sorge tragen, es wieder fest auf die Erde zu setzen.
Siegfried Lenz schiebt sich in die Erinnerung, in „Die Deutschstunde“ zitiert er die „krummgewehten Feldarbeiter“ auf den Bildern der norddeutschen Expressionisten. Man tut gut daran, auf der Blackpooler Promenade auch ein bisschen krumm zu gehen.

Zum Kontrast und zur Erinnerung eines der sonnengetränkten Bilder, die ich vor 3 Jahren, bei unserem ersten Besuch, gemacht hatte:

Klaus spielt Schach (recht erfolgreich) im besten Haus am Platze, dem Hotel Imperial, das schon u.a. Charles Dickens zu seinen Gästen zählte, Jayne Mansfield, Margaret Thatcher oder drei von den vier Pilzköpfen:

So prominent geht es nicht mehr zu, aber es ist ein gediegenes Hotel mit großen Räumen für die 350 ! Schachspielenden, die dieses Wochenende anreisen.

Schöne Details überall, ob Kapitelle oder hölzerne Wandvertäfelungen.

Im Keller ein modernes Fitnessstudio und ein Schwimmbad mit warmem Whirlpool, werden von mir ausgiebig genutzt.

Und so sieht das Hotel von außen aus:


Besonderer Tipp: ein Aquarium! Im Sealife Aquarium, von der ersten Pfütze an aus dem Lebensumfeld Gezeitenzone, die sie einem nicht hinter Glas, sondern offen präsentieren, wo man sogar vorsichtig einen Seestern berühren darf (komisch weich), ist das ein anderes Aquariumerlebnis als gewohnt. Seepferdchen beim Fressen, viele verschiedene Rochenarten, natürlich Nemo der Clownfisch … (ganz viele), es ist alles so nah. Trotzdem wird einem ein bisschen übel beim ständigen Schauen durch diese dicken Fensterscheiben.
Es geben sich Krabben, durchsichtige Garnelen und Seeanemonen ein Stelldichein. Zwischendurch eingestreut ein Pfeilgiftfrosch in seinem eigenen Suchbildterrarium und ein paar Wasserschildkröten. Dies alles bringt das Meer wirklich nahe.
mhm: manche der Fische, z.B. die Schollen, sehen nicht nur interessant aus, sondern auch richtig lecker …
Wusstet ihr, dass das Auge, das im Laufe des Lebens der Scholle zum anderen Auge wandert, damit die Scholle am Boden liegen kann, aber zwei Augen oben hat, nicht über den Kopf wandert, sondern durch den Kopf auf die andere Seite? Wenn man ein Tier mal aufschwimmen sieht, kann man auf der Unterseite das Loch sehen, wo das Auge im Jungfisch gesessen  hat. Verrückt. Buchstäblich.

Tipps zum Meeresschutz überall, doch zwei Dinge stören: die penetrante „Unterwassermusik“ und der Museumsshop, der nette Sachen hat. Doch wenn man überall auf den Schildern bei den Tieren lesen kann, man soll Plastik vermeiden (das berühmte „Einwegplastik“, doch welches Spielzeug hält schon lange her) und dann bestehen die Souvenire alle aus Plastik, dann ist das schon hart.

Nicht repräsentativ

… und doch interessant: Eindrücke einer Haussuche in Plymouth.

Wohnungssuche ist wie Purzelbäume machen: man geht mit dem Kopf Richtung Boden und -bei aller Körperkontrolle- muss man ab einem gewissen Punkt einfach loslassen und rollen. Die Welt dreht sich für einen Augenblick und kommt wieder zur Ruhe. Man steht wieder auf, sieht sich um und schätzt ein, wie weit man gekommen ist.

Wir haben noch nicht eingeschätzt, doch mehr als einen Purzelbaum dieses Wochenende geschlagen.

Spät?

Haussuche ist ein schnelllebiges Geschäft. Dennoch war der Vorlauf spät bemessen, erst am Dienstag Termine für den Samstag, vermutlich dem Hauptbesichtigungstag für Wohnungen, auszumachen. Ein Makler war sogar schon voll belegt. Da unsere Vorauswahl viel zu groß war für nur einen Besichtigungstag und wir im Vorfeld kein absolutes Lieblingshaus identifiziert hatten, war das nicht tragisch. Unser Ansatz lautete, eine gewisse Bandbreite an Preis, Wohnviertel und Typ abzudecken. Das ist uns relativ gut gelungen. Von Neubau bis mindestens 130 Jahre alt, von Wohnung bis zum Vierzimmerhaus war alles dabei.

Generalstabsmäßige Planung ist Pflicht, schließlich müssen wir für eine Besichtigung 260 Meilen (um die 420km) überwinden. Da lohnt es, nicht wegen jedes Hauses einzeln zu fahren;-)

Dieser Februar spielt uns in die Hände, der Vorfrühling gibt Schwung in die Beine, denn braucht man auch. Am Ende haben wir 4 Häuser und 2 Wohnungen besichtigt. Wir haben drei Makler kennen gelernt, einer davon Britisch, einer Portugiese mit englischer Ehefrau und eine Russin, die schon als Kind nach England kam.
Für eine Besichtigung ist nicht viel Zeit vonnöten, 10-15 Minuten reichen aus, doch muss man von A nach B kommen, die Adresse finden und das Ganze verdauen. Am Abend weiß man, was man gemacht hat.

Was haben wir gesehen? Plymouth ist sehr dicht und kleinteilig bebaut. Das englische „Reihenhaus“ überwiegt. Reihenhaus steht in Anführungszeichen, denn oft besteht eine Einheit nicht wie in Deutschland aus 4-8 Häusern, sondern umfasst eine ganze Straße. Das ergibt schnell mal 10-20 und mehr einstöckige Häuser, die aneinandergeklebt sind. Der generelle Eindruck der Stadt vermittelt dadurch die Größe von Bonn, obwohl Bonn weitaus mehr Einwohnende hat. Gewiss, in Bonn sind beide Seiten des Rheins bewohnt, das streckt das Weichbild einer Stadt. Hier verhindert das Meer eine doppelseitige Besiedelung.
Auf der anderen Seite des Ärmelkanals liegt zwar das bewohnbare Gebiet Frankreich, doch setzt sich Plymouth dort natürlich nicht fort. Obwohl Nordfrankreich, historisch gesehen, schon des Öfteren zur englischen Krone gehört hat und umgekehrt Franzosen, Niederländer und Deutsche auf dem Londoner Thron gesessen haben. Zu Doppelstädten, hüben und drüben des Kanals ist es nie gekommen, dazu ist er viel zu breit.

Ins Detail

Unser erstes Haus liegt am Hang, die Geographie der Stadt ist bergig. Leider am „falschen“ Hang, landeinwärts, Seeblick kann man keinen erwarten, doch die Steile der Straße lässt ein gewisses San Franzisko Gefühl hochkommen. Das Haus liegt in einer einfachen Gegend, doch nicht unfreundlich.

Im Vordergrund auf dem Mäuerchen der so wichtige Notizblock, damit man mit den Häusern nicht durcheinander kommt.

Innen überrascht das Haus durch gute Proportionen, neue Teppichböden, ein modernes Bad. Doch die Küche ist alt und schäbig. Das enttäuscht. Der Herd ist noch älter als meiner oder zumindest genau so billig. Mhm.

Weiter zum nächsten Haus, es ist eines, das der Makler uns spontan zeigt, nachdem er uns gefragt hat, wonach wir generell suchen.

Es ist sehr geräumig, viktorianisch (also aus der Regierungszeit Viktorias 1837-1901). Da es weiter im Inland liegt, hatten wir es nicht auf dem Schirm, wir haben mehr in Seenähe gesucht. Es liegt wie das erste Haus in einer Häuserzeile und nur eine Querstraße von einer Hauptverkehrsader entfernt. Doch man hört diese Straße praktisch nicht, das ist erstaunlich. Und nur ein paar Meter entfernt liegt der größe Park der Stadt. Überhaupt: Plymouth ist eine grüne Stadt, überall gibt es Grünflächen in anständiger Größe. Das Haus ist nicht billig, doch die Küche ist modern und gut, die Zimmer sehr gut. Hier ist das Bad sehr einfach, mit einem meiner Ausschlusskriterien, wenn nicht alles andere einfach superfantastisch sein sollte: Dusche ist elektrisch. Warum man sich nicht die Mühe machen kann, wenn man -nachträglich- eine Dusche über der Badewanne einbaut, diese an die Gaszentralversorgung anzuschließen, ist mir ein Rätsel. Ist doch nur ein Meter Anschluss bis zum Badewannenhahn. Und doch nicht selten, wie man wir am übernächsten Haus feststellen werden. Die Toilette ist separat, das ist gut, doch hat kein Waschbecken, was soll das Ganze dann? Dafür ist das Haus eigentlich zu teuer. Mhm.

Neuer Makler, neue Gegend

Es wird schick! Zweizimmerwohnung in fast Neubau und, wenn man auf dem Balkon nach links hinaussieht, mit kleinem Meerblick.

Fußbodenheizung, zwei Bäder, großer Balkon nach Westen … das ist schon was zum Schwärmen. Plymouth hat nicht erst seit Francis Drake (Weltumsegler, Pirat, Vizeadmiral, Armada besiegt, operierte aus Plymouth heraus) einen Marineschwerpunkt. Auch heute gibt es noch Kompagnien?, Legionen?, Heere? in Kasernen und Kadettenausbildungsstätten und alles Mögliche. Doch Teile der alten Matrosen, Offiziers etc. Viertel werden heute zivil genutzt, Baulücken mit modernen Neubauten geschlossen. So auch hier. Leewardhaus liegt auf einer Anhöhe und blickt direkt auf eine alte Häuserzeile auf einer Seite, auf der anderen hinunter auf die Bucht von Plymouth mit Werften und Jachthäfen. Nicht ganz billig und eine gewisse Gefahr, dass man NachbarInnen hat, die die Nase etwas höher tragen, doch die meisten Leute ja doch nett, wenn man nett zu ihnen ist …

Die Bilder sind aus der offiziellen Hauswerbung. Hinter dem Haus (erstes Bild) geht es nach unten in den Hafen. Links vom Haus, wieder erstes Bild, befindet sich ein Cricketplatz. Zweites Bild zeigt eine von den genannten alten Häuserzeilen des Viertels.

Auf modern folgt die Moderne der Nachkriegszeit. Diese Häuser waren vor 40-50 Jahren DAS wohnbauliche Ereignis in einem Land mit viel alter Bebauung. Obwohl, auch in Deutschland wollte man eckig und entrümpelt und bequem anstatt alt, unpraktisch und zugig …

Gleich gesagt: Haus zu groß und im Erdgeschoss stank es (fiel vor allem mir sofort auf, setzte sich richtig fest in der Nase). Es gab einen angeblich behobenen Wasserschaden, doch das allein erklärte das nicht, ein ganz merkwürdiger Geruch. Doch: Riesenhaus, hell und sonnig, Blick bis in die Bucht hinunter, großer Park in der Nähe, doch elektische Dusche. Mhm.

Endspurt

Wem jetzt schon der Kopf schwirrt, möge sich vorstellen, wie es erst uns ergangen ist. Eindrücke, Eindrücke. Und noch zwei Objekte. Das erste ist weit im Hinterland, in einem aus einem Guss erbauten Viertel. Unglaublich, wie viele Häuschen man auf ein völlig unebenes Geländeprofil bringt, doch es ist hier gut gelungen. Kleines, doch ausreichendes Haus mit guter Küche, gutem Bad, neuen Teppichen, in Kürze: einfach alles gepflegt und die Details sind durchdacht (z.B. doppelte Tür auf der Wetterseite). Auf der Minusseite: weit weg vom Zentrum und vom Meer und eher eine Familiengegend. Und Klaus gefielen die teilweise bunten Tapeten nicht. Und man hörte eine Hauptstraße aus dem Tal rauschen. Irgendwas ist immer!

Bevor es zur letzten Wohnung geht (mit zwei Balkonen nach Westen), ein Wort zu den Gärten: zwei der vier Häuser hatten privaten Raum vor und hinter dem Haus, alle vier Häuser hatten Raum nach Süden, Osten oder Westen, nicht nach Norden. Keines hatte einen Garten im engeren Sinn. Alle Mietobjekte hatten Terrasse/Pflasterung/Holzdeck. Kein bis kaum Gras. Muss ja nicht sein, doch es fiel auf: jeder Draußenraum war schäbig. Billige Platten, rissiger Beton, halbtote Pflanzen, wenn überhaupt. Nichts, was man mit wenig Geld und Zeit nicht in einen mediterranen Traumraum verwandeln könnte, eine Ladung nette Pötte können Wunder bewirken, dennoch sehr auffällig. Mietende in Plymouth erwarten und wollen wohl nicht viel Garten. Potenzial wäre vorhanden: in Privatgärten sieht man hier Palmen, dicke Palmfarne … richtig südliche Bepflanzung, die sich offenbar sehr wohl fühlt.

Zum Letzten:

Auf ein Letztes, auch wenn uns das Navi in die Irre führt: es besteht darauf, dass unser eingegebener Postcode mitten im Hafenbecken liegt. Trotz leerer werdenden Handys schaffe ich es noch, uns von der Maklerfirma zum Wohnblock leiten zu lassen. War die erste Wohnung auf der Anhöhe über uns, befinden wir uns nun am Fährhafen, wieder mit gemischt alter und neuer Bebauung, auch hier mit militärischer Geschichte. Wohnung ist klasse, ein alter Wasserschaden an der Decke, angeblich ist das Leck vom Oberbalkon repariert … Ein schöner Abschluss, doch es ist nur eine Wohnung.

Erst mal sacken lassen.