Erleichterungen

Auch die UK befinden sich in Phase – ja, welcher eigentlich – jedenfalls nicht mehr in der kompletten Lockdown (Quarantäne) Phase. Die Verlautbarungen der Regierung ändern sich dermaßen schnell und werden teilweise stotternd vorgetragen, weil sich die Leute verhaspeln, die wissen selbst nicht, was sie meinen: außer, es geht aufwärts. Nach 35.000 getestet-mit-Corona-Verstorbenen und einer (sogar offiziellen) Zahl von 50.000 Übersterblichkeit bereits in den ersten sechs Wochen des Lockdown geht es endlich abwärts – mit den Toten, mit den Infektionen. Wunderbar!
Wir im Südwesten sind bislang vom Schlimmsten verschont geblieben. Die Krankenhäuser nicht überlastet, die Fallzahlen relativ niedrig. Möge es so bleiben!

Aufgrund der Gesamtlage treten Lockerungen in Kraft, wie zum Beispiel: Ich dürfte meine Mutter im Park treffen. Auf Abstand natürlich. Allerdings nicht zugleich mit meinem Vater. Den müsste ich später treffen. Gleichzeitig darf ich jedoch wieder eine Putzkraft ins Haus lassen. Diese muss nicht mit mir verwandt sein.

Man soll wieder Arbeiten gehen, aber bloß nicht mit den Öffis, die sollen schön leer bleiben, lieber mit dem Auto. Aber noch besser, mit dem Rad, dann wird man zusätzlich fit. Geld für Radwege wurde mittlerweile bereitgestellt. Die sind dann in 2-3 Jahren fertig.

Was wie drittklassiges Kabarett klingt, sind originale Redebestandteile von Johnson bei seiner Verkündigung der Lockerungen und Aussagen von Ministern beim Corona Briefing, das ist das tägliche Vor-die-Presse-Treten einiger Politischen und ExpertInnen, das live gesendet wird. Es werden auch Fragen von Bürger*n zugelassen, nicht nur von Journalist*en. Diese Volksnähe ist wirklich vorbildlich, der Inhalt kann mitunter zum Fremdschämen einladen.

Bei all der Verwirrung ist der Bevölkerung klar: man darf wieder ohne Begrenzung ins Freie, man darf auf Abstand wieder Freunde treffen. In England!
Wales, Nordirland und Schottland sind der Meinung: bleibt weg, Englische, wir halten unter uns noch ein paar Wochen strengere Maßnahmen ein.

Wie andere auch, nutzen wir die neue Freiheit zu einem ersten Ausflug: einem Spaziergang im Dartmoor.

Ein Kuckuck hat sich die Zunge aus dem Hals gerufen, Schafe trollten mit ihren Lämmern über die Wiesen, kühle Bäche rauschten im Grund.

Dies ist ein Ast, der waagerecht vom Baum wegführt, Meter für Meter (6?). Die Eiche steht voll im Saft, hat Spannkraft, dennoch wirkt der Winkel physikalisch unvorteilhaft auf die Betrachtenden, die darunter hergehen müssen.
Auf der Höh (dem Bench Tor) gibt es Aussicht. Die braune Fläche wird sich wieder mit Adlerfarn bedecken.
Und ein Wasserreservoir gibt es auch. Vielleicht werden wir in einiger Zeit dieses Wasser in Plymouth trinken?

Währenddessen, auf dem Allotment in Plymouth, wachsen Zwiebeln, Kornblumen und Kohl.

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