Und sonstige Landschaft. Somerset / Wiltshire. Septemberausflug.
Stourhead House, Wiltshire
Einer der bekanntesten Gärten des Landes. Er lebt von Überraschungsmomenten. Man geht im Schatten der Bäume das Tal entlang – und stößt ganz “spontan” auf großartige Blickachsen auf Tempel und Brücken oder stolpert in eine Grotte hinein. Die ganze Szenerie ist auf klassische Vorbilder ausgerichtet. Generationen der Bauherrenfamilie waren jahrelang auf der Grand Tour – der großen Tour – in Europa unterwegs. Dies war eine lang anhaltende Mode, junge Männer sollten vor Ort etwas über die Antike lernen, die als der Hort von Schönheit, Eleganz und Weisheit galt. Natürlich nutzten viele junge Männer die Grand Tour, um ein paar Monate Party in Europa zu machen, aber nicht alle. Die Stourhead Familie besaß eine Bank und eine blühende Landwirtschaft, und konnten sich eine besonders grandiose Grand Tours leisten. Sie nutzten ihre Zeit und ihr Geld anschließend für die Errichtung eines klassisch-irdischen Paradieses.
Das Pantheon – im kleineren Maßstab dem Vorbild in Rom nachgebaut! Dorfkirche gleich neben dem Garten Statue am Apollotempel
Montacute House, Somerset
Dieses Haus wurde um 1600 erbaut, gerade am Ende der Regentschaft von Elisabeth I. An der Bauweise sieht man, nach der Abwehr der spanischen Eroberung (1588) gab es keine Angst mehr, man verschanzte sich nicht hinter mittelalterlichen Schießscharten. Der Anwalt und Politiker, der das Haus erbauen ließ, setzte auf jede Menge riesiger Fenster, bestückt mit dem teuren Fensterglas. Durch eine Lindenallee, die vor ca. 50-100 Jahren neu gepflanzt wurde, konnte man im Anritt auf das erleuchtete Haus sehen. Im 17. Jahrhundert muss das wie eine Erscheinung aus einer anderen Welt gewirkt haben.
Die Eibenhecken werden seit Schneebruch 1946 in der knubbeligen Form geschnitten, die die Schneelast spontan erzeugt hat. Lindenallee zum Haus hin. Bogen-Eiben, ein Viadukt aus grünen Zweigen.
Die Bibliothek lädt zum Lesen ein.
Hauser und wirth Somerset Garden
Etwas ganz anderes: ein moderner Garten des weltbekannten niederländischen Designers Piet Oudolf. Oudolf schafft u.a. Präriegärten aus mehrjährigen Stauden und viel Gräsern. Dieser Garten ist an kein Haus gebunden, sondern gehört einer Stiftung. Es gibt auch eine Kunstgalerie, Tagungsräume und einen Bauernhofladen (der teuerste Farmshop, den wir je besucht haben. Das Brot war aber wirklich gut).
Wir tankten im Dorf, an der Tankstelle einer Kette, die im Umkreis von 20 Meilen noch zwei Tanken betreibt, beide haben wir im Laufe der drei Tage passiert und den relativ billigen Preis gesehen. Im Dorf nun: deutlich teurer als an der Hauptverkehrsstraße. Wir wundern uns darüber nicht mehr, als wir erfahren und auch sehen, dass hier geknubbelt einige der teuersten Privatschulen Englands ihren Sitz haben. Auf dem Parkplatz des Farmshops steht auch passend ein echt hässlicher Aston Martin (ich weiß, es gibt Fans, und normalerweise sehen die gar nicht so schlecht aus. Dieser war wirklich hässlich).
Wolke and Wolke Stauden. Das Beste: die meisten Pflanzen sind nicht exotisch, sondern im guten Fachhandel erhältlich. Diesen Stil kann man nachbauen (wenn man etwas Platz hat).
Schwarzäugige Susanne Yukkablättriger Mannstreu Iberischer Felberich (ein Gilbweiderich)
Mere, Wiltshire
Blick auf Mere (wo wir in einem Pub wohnen) vom Castle Hill, der heute ein Naturschutzgebiet ist. Das namensgebende Castle ist längst als Baumaterial verbraten worden. Die schöne Aussicht bleibt.